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Aus dem Alltag eines Pioniers Empfehlung

Markus Swoboda stellt mit seinem Unternehmen BioFactur kleine Dinge des alltäglichen Lebens aus Biokunststoff her. Der Weg zu marktreifen Produkten war jedoch nicht immer einfach.

Markus-SwobodaZehn Jahre lang schon hatte Markus Swoboda die Idee, Produkte aus Biokunststoff zu produzieren. Am liebsten Spielzeug, da der Einsatz von Plastik aus fossilen Rohstoffen hier bei ihm große Bedenken ausgelöst hatte. Der gelernte Werkzeugmacher und Maschinenbauingenieur ist Besitzer eines Konstruktionsbüros mit angeschlossener Fabrik. Dort werden Komponenten und Bauteile aus klassischen Kunststoffen und Metallen hergestellt. „Einen herkömmlichen Kunststoff durch einen aus nachwachsenden Rohstoffen zu ersetzen, ist das Ergebnis unzähliger Anläufe und Rückschläge“, erzählt Swoboda. In den ersten Entwicklungsjahren stellten ihn die Werkstoffe wiederholt vor Unwägbarkeiten und bremsten mehrere Produktideen aus. Aufwendige 3-D-Zeichnungen und Baupläne wurden verworfen oder wanderten in die Schublade. Der Recklinghäuser tüftelte weiter, baute Prototypen und testete sie auf ihre Alltagstauglichkeit. Nicht selten opferte er dafür ganze Nächte und seine Wochenenden. Im Dezember 2009 war es dann soweit: Mit den ersten marktreifen Produkten wurde BioFactur gegründet.

Zehn Tonnen Granulat pro Jahr
Im Werk in Datteln, nordöstlich von Recklinghausen, fertigen fünf Mitarbeiter in der Spritzgießerei seit nunmehr drei Jahren die neue Produktgeneration: Das Biokunststoffgranulat wird aufgeschmolzen und unter Beimischung natürlicher Farbstoffe in Formen gepresst. Rund zehn Tonnen Granulat von örtlichen Lieferanten kommen jährlich zum Einsatz. Neben Brotdosen, Trinkbechern und Saftkannen hat die Firma ein Sandkastenset aus Eimer, Sieb, Förmchen sowie Schaufel und Harke im Angebot.
„Im Gegensatz zu Standardprodukten aus fossilen Rohstoffen können Eltern ihre Kinder ruhigen Gewissens darauf rumkauen lassen“, sagt Swoboda. Die Ware ist aus Baumwollcellulose und somit, wie Sachverständige vom TÜV Rheinland bestätigt haben, frei von Schadstoffen wie Weichmachern. Das findet großen Anklang bei Eltern: Mehrere tausend Artikel wurden bereits verkauft. Pünktlich zu Weihnachten ergänzen Bauklötze das Sortiment.

Nischenmarkt biobasierte Spielzeugwaren
Bislang kämpfen ausschließlich kleine Betriebe wie BioFactur um Marktanteile bei Spielzeug aus Biokunststoff. Fehlende Erfahrungen in der Massenproduktion mit nachwachsenden Rohstoffen lassen große Hersteller zögern. „Außerdem ist für Verarbeiter letztendlich der Rohstoffpreis entscheidend“, sagt der BioFactur- Gründer. Geeignete Stoffe seien rund 30 Prozent teurer als herkömmliches Plastikgranulat. Wachstumschancen sieht Markus Swoboda durch nachhaltige Vermarktung:
„Die Vorteile der Biokunststoffe müssen klar kommuniziert werden. Wir Nischenanbieter können jedoch nur Basisarbeit leisten. Hier ist auch die Politik gefragt.“

Trotz der Fortschritte steht das junge Projekt noch auf wackeligen Beinen. Noch kann das Unternehmen keine Gewinne erwirtschaften. Doch der Unternehmer ist zuversichtlich: „In zwei Jahren möchten wir zumindest eine schwarze Null schreiben.“

Quelle: THEMENDIENST BIOBASIERTE WIRTSCHAFT / AUSGABE 1 VOM 15.11.2012

Letzte Änderung amDonnerstag, 23 Mai 2013 11:52

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BioFactur GmbH

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45711 Datteln

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